Verein KREATIV HILFT e.V. Aktion Filzen, was das Zeug hält!

Filz-Workshop im Asthmazentrum Berchtesgaden
Fantasiekreationen für´s Handy
Gemeinnützige Aktion von Kreativ hilft e.V. und Rayher


(München-sm-Kreativ hilft) Das Asthmazentrum des CJD oberhalb von Berchtesgaden bietet im Gebirgsklima chronisch kranken Jugendlichen einen neuen Start. Manchmal leben über 200 Jugendliche, häufig über einen längeren Zeitraum von eineinhalb bis fünf Jahren in dem kleinen Dorf, das vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland betrieben wird. Die Kids versuchen durch gezielte Rehabilitationsmaßnahmen ein „normales“ Leben zu führen, zur Schule zu gehen, eine Berufsausbildung zu machen und vor allem viel über ihre Krankheit zu lernen, um mit der Beeinträchtigung umgehen zu können. Es gibt spezialisierte ärztliche Betreuung, viele sportliche Aktivitäten, einen zu Ruhm gelangten Zirkus, eine Musicaltruppe, eine Karibik-Leseinsel, Ausflüge in die Bergwelt, Ski-Marathons ... und und und.

Langweilig wird es den Kindern und Jugendlichen bestimmt nicht, aber es ist schon eine tolle Abwechslung, wenn ein Workshop von außen angeboten wird und nicht auf dem schulischen oder therapeutischen „Pflichtprogramm“ steht. Da kam der Filzworkshop von „Kreativ hilft“ und der Firma Rayher Hobby so kurz vor den Sommerferien gerade recht.


Die Kolleginnen machen auch mit, stehend Schulleiter Kaunzner, rechts Sigrun Seehuber

„Die Kinder heute haben häufig in den motorischen, musischen und bildnerischen Fähigkeiten starke Defizite. Deshalb freuen wir uns sehr, auch auf nichtschulischem Gebiet tolle Anregungen geben zu können.“ Mit diesem Anliegen traf Anton Kaunzner, Direktor der Grund- und Hauptschule des CJD Berchtesgaden beim Verein „Kreativ hilft“ natürlich voll ins Schwarze.

Schließlich hat sich „Kreativ hilft“ zum Ziel gesetzt, mit Aktionen in Zusammenarbeit mit Promis, Workshopkräften, freiwilligen Kreativen und vor allem durch großzügige Materialspenden der Branche, vielen Kindern eine Freude zu machen. Zusätzlich möchte die Kreativbranche zeigen, wie groß die Heilkraft von kreativer Betätigung im Krankheitsfall ist. Durch Malen und Basteln lassen sich chronische Erkrankungen, Schocks und Traumata besser verarbeiten und die Selbstheilungskräfte werden reaktiviert. So kommen die kleinen Patienten schneller wieder zu neuem Lebensmut und gestärktem Selbstbewusstsein.


Justin (14) zeigt, dass mit Filz auch gewagte Kreationen möglich sind

Zustande kam die Aktion, durch Prinzessin Maja von Hohenzollern, die im Dezember Schirmherrin der Gala zugunsten des CJD Asthmazentrums war und kurz vorher ebenfalls Schirmherrin des Deutschen KreativTags in Leipzig, auf dem auch die ersten Aktionen von „Kreativ hilft“ anliefen. Schnell kombinierte die sozial und kreativ engagierte Prinzessin - der Anruf bei „Kreativ hilft“ brachte die Aktion in Gang. „Kreativ hilft“ fand den passenden Kreativpartner Rayher, der wiederum aktivierte die erfahrene Workshopleiterin Sigrun Seehuber und es konnte losgehen.

Mit einigen Kisten Filzwolle, einigen Rollen Noppenfolie, Megafilzer-Flüssigkeit, Nadel und Faden und vor allem praktischem Know-How rückte Sigrun Seehuber an und zeigte den Kids wie´s geht. Die waren schnell bei der Sache und hatten keine Hemmungen wilde Farbkombinationen auszuprobieren. Türkis und schwarz, rosa und beige, knallrot oder alle feurigen Farben auf einmal. Erlaubt war, was gefällt, aber ein Handytäschchen sollte es werden. Wobei Christoph (11) gut vorbereitet war und schon genau wusste, was er wollte, ein Täschchen fürs Nintendo DS. Auch kein Problem, die Maße hatte er dabei.


Alles, was man zum Filzen braucht von Rayher Hobby

Nur die Ungeduld musste ein bisschen gebremst werden, schließlich sollte ja auch etwas Schönes dabei rauskommen. Doch da passte die erfahrene Workshopleiterin Sigrun Seehuber schon genau auf. Schließlich ist sie seit vielen Jahren im Hobbybereich tätig, führt ein eigenes Geschäft in Traunstein und ist viel für Rayher Hobby als Vorführkraft unterwegs.


So wird´s gemacht ...

Die erste Kontaktaufnahme mit dem Werkstoff Filz ließ Sigrun Seehuber anhand einer Filzblüte machen, die über dem Daumen geformt wurde. Dann ging es ans angekündigte Handytäschchen. Die ersten „Gesellenstücke“ waren nach ungefähr 90 Minuten fertig. Rupfen, auseinanderziehen, aufeinanderlegen, Noppenfolie dazwischen nicht vergessen, nass machen, reiben, auswringen ... Schnell hatten die Teilnehmer die ersten Tricks raus. Seppi (14) bekam ein dickes Lob für das solideste Filztäschchen des Tages, das von Seehuber noch einem prüfenden Blick unterzogen wurde. Manche Täschchen hatten noch ein paar kleine Löcher oder dünne Stellen, die aber in einem zweiten Anlauf ausgemerzt wurden. Dann noch zusammennähen und eine gefilzte Umhängekordel.

Filz ist ein wunderbarer Stoff, dessen Bearbeitung bei sehr einfachen Techniken anfängt, aber bis ins Modedesign oder die Kombination mit anderen Stoffen, wie zum Beispiel Seide, keine Begrenzungen hat. Sogar ein aus Filz gefertigtes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel kann man bei Rayher in der Produktpalette finden.


Dickes Lob für das Handytäschchen von Seppi (14)


André (13) als Jungdesigner mit dem Label SP

André (13), der am Anfang ein bisschen skeptisch guckte, war doch erstaunt, dass solche Designerqualitäten in ihm stecken. Als sinnhafte, kreative Freizeitgestaltung ist Filzen ein idealer Ausgleich zu TV, Computerspielen und Co.: Reine Wolle als natürliches Ausgangsmaterial, unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten und nicht zuletzt das schöpferische Arbeiten mit den Händen machen das Filzen zum kreativen Erlebnis.

Am Ende hatten 30 Schüler und Schülerinnen des Asthmazentrums ein selbstgemachtes Handytäschchen mit ganz individuellem Design und den eigenen Lieblingsfarben. Justin (14) hütete noch sein Geheimnis, denn das Täschchen in rosa und beige ist ein Geschenk für eine „Bekannte“ hier auf dem Gelände des Zentrums. Hoffentlich wurde jetzt nicht schon zu viel verraten.


Kreativ sein macht Spass!

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